Bildungs- und Lehrprogramm des Colegio Alemán Concordia
- Das Hauptanliegen bei der Gründung der Concordia-Schule
war die Identitätsfindung der Kinder aus der Sicht des
mennonitischen Glaubens, verbunden mit deutschem Kulturgut
und entsprechender Disziplin. Dennoch stand die Forderung
einer Schule mit einem möglichst hohen Bildungsniveau
stets im Vordergrund. Eine aufmerksame Lektüre der Protokolle
lässt erkennen, dass akademische Leistung vorausgesetzt
wurde.
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Ein
entsprechendes Bildungsniveau wurde wohl nicht in erster
Linie im Zusammenhang mit dem Stoffplan gesehen, sondern
im Zusammenhang mit der Erziehungsanstalt als solcher, mit
der Leitung und des Lehrstabes, der Trägerschaft, der
Ressourcen und der Disziplin und Ordnung. Die Schule erhielt
den Auftrag, "den Kindern aus dem deutschen wie aus
dem spanischen Sprachraum nicht nur ein gründliches
Wissen, sondern auch eine christliche Lebensauffassung,
Disziplin, Treue, Fleiss und Ehrlichkeit beizubringen",
heisst es in einem Protokoll von 1975. So war die Frage
des Curriculums nie eine hart zu diskutierende Frage. Von
Anfang an war klar: das Curriculum umfasste die vom Erziehungsministerium
vorgeschriebenen Lerninhalte, so wie auch ein gründliches
Lehrprogramm für deutsche Sprache und Bibelunterricht
verbunden mit Mennonitengeschichte.
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Diese
Denkvoraussetzung hatte zwei Auswirkungen:
Erstens:
das Schwergewicht fiel nicht auf den Stoffplan, sondern
auf die Schule als Erziehungs- und Lernanstalt. Diese Konzeption
ist beachtlich, denn auf Landesebene war die Schulkonzeption
bis zur Erziehungsreform der 90er Jahre eine Stoffplankonzeption.
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Zweitens:
die vorgeschriebenen Lerninhalte, so wie auch die Stoffpläne
als solche, wurden kaum in Frage gestellt. Dieses hatte
möglicherweise einen lähmenden Effekt auf die
Lernqualität, denn Curriculum und Bildungsniveau stehen
in einem engen Zusammenhang. So machte eine Studienkomission
noch im Jahre 1993 den Vorschlag, den Stoffplan für
Deutsch als Mutter- und Fremdsprache für die Sekundarstufe
methodisch und inhaltlich neu zu durchdenken und zu überarbeiten.
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Ausschlaggebend
für einen guten Start und für gesicherte Qualität
waren die mennonitischen Lehrkräfte, die bei der Gründung,
Organisierung und Leitung der Concordia-Schule mitarbeiteten.
So war auch die Anlehnung und Zusammenarbeit im Rahmen mit
der Allgemeinen Schulbehörde der Mennonitenkolonien
seit Beginn von tragender Bedeutung. Nicht zu vergessen
ist auch die Mithilfe von Seiten des Bundesverwaltungsamtes
(BVA) von Deutschland, besonders was Schulmaterial und Finanzen
angeht.
- Ein
starkes Kulturbewusstsein ist seit den ersten Gesprächen
bezüglich der Gründung einer Schule zu spüren
- wohl verstärkt im Bereich deutscher, als auch spanisch-paraguayischer
Kultur; wobei festzuhalten ist, dass letztere nie ausgeschlossen
war. So heißt es im Jahresbericht von 1977: "Es
ist das Ziel der Concordia-Schule, dass jeder Schüler
die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrscht,
und dass er vor allem während der Schulzeit Gelegenheit
hat, sich deutsches Kulturgut anzueignen."
Man sprach also schon bei der Gründung von einem umfassenden
Deutschunterricht, von der Erhaltung bzw. dem Erwerb der deutschen
Sprache, vom Erwerb der Kenntnisse in deutscher Literatur,
Kunst und Geschichte, von Befähigung zur Eroberung
des deutschen Gedankenguts und der Wertschätzung desselben.
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Wie
hoch die Kulturwerte eingeschätzt wurden, lässt
sich sowohl an der Materialbeschaffung erkennen, als auch
an dem Ausbau der Bibliothek, wozu über die Jahre immer
wieder extra finanzielle Zuschüsse gemacht wurden.
Nicht zuletzt muss hervorgehoben werden, dass die musische
Bildung seit Beginn einen ganz wichtigen Platz einnimmt.
Über die Jahre ist sie zu einem gewissen Vermächtnis
in der Concordia-Schule geworden.
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Obwohl
Schule als Vorbereitung fürs Leben konzipiert wurde,
stand die Allgemeinbildung stets im Vordergrund. Dieses
hat sich als richtig erwiesen, denn der heutige Trend schreibt
zwar eine verstärkte Vorbereitung auf die Arbeitswelt
vor, doch gleichzeitig auch eine verstärkte Allgemeinbildung.
Da die Vorbereitung für die tertiäre Bildung im
Blickpunkt stand, war die Erziehung für die Arbeit
über die Jahre wohl etwas schwach.
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Ein
höheres akademisches Niveau zu erreichen, wäre
ohne einen gut ausgebildeten und motivierten, Lehrkörper
nicht denkbar. Obwohl die Schule seit Beginn mit qualifizierten
Lehrern arbeiten konnte, ergaben sich hier verschiedene
Herausforderungen, was Leitungspersonal, was deutsche Lehrkräfte
und auch was Lehrkräfte aus dem spanischen Bereich
anging. Die richtigen Lehrkräfte zu finden, die den
Erwartungen der Schule als solche und denen der Eltern und
Schüler entsprachen, war nicht immer ganz leicht, zumal
die Auswahlgruppe zunächst sehr klein war. Durch eine
verbesserte Lehrerausbildung allgemein, durch mehr christlich-evangelische
Lehrkräfte, durch verstärkten Nachschub aus den
Kolonien, so wie auch durch Gehaltsaufbesserungen konnte
ein professionell qualifizierter Lehrstab aufgebaut werden.
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Angesichts
der Erziehungsreform in Paraguay, angesichts einer sich
rasant verändernden Zeit als Folge der Globalisierung
und angesichts einer anspruchsvolleren Träger- und
Schülerschaft steht die Concordia-Schule in ihrem 29.
Bestehungsjahr vor der großen Herausforderung, die
Bildungsqualität zu garantieren, ohne dabei die Konzeption
der Gründer aus dem Auge zu verlieren.
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