Theologisch philosophischer Rahmen des Colegio Alemán
Concordia
- Die
Concordia-Schule ist ein evangelisch-mennonitisches Bildungs-
und Erziehungs-zentrum. Die Träger sind die Mennoniten-Brüder-Gemeinde
und die Mennoniten-Gemeinde in Asunción. Seit Beginn
der Schule war es der Wunsch dieser Gemeinden, die Schule
nach biblischen Glaubens-prinzipien zu gestalten. In diesem
Zusammenhang wurde im Jahre 1993 eine Studienkommission beauftragt,
den theologisch-philosophischen Rahmen der Bildung und Erziehung
an der Concordia-Schule neu zu überprüfen, gegebenenfalls
zu erweitern. Die Empfehlungen dieser Kommission wurden von
den Trägergemeinden begutachtet und angenommen. Es folgen
etliche Auszüge:
A.
Der theologische Rahmen:
1. In allen Fragen des Glaubens und Lebens ist die Bibel
die höchste Autorität.
2. Gott ist Schöpfer aller Dinge; Jesus Christus der
Erlöser, Herr und Vorbild für alle Gläubigen,
und der Heilige Geist ist die erneuernde Kraft Gottes im
wiedergeborenen Menschen.
3. Die Gemeinde besteht aus Männern und Frauen, die
sich durch eine bewusste, willentliche Entscheidung zur
Christusnachfolge entschieden haben. Der christliche Glaube
wird in dieser verbindlichen Gemeinschaft ausgelebt. Es
ist Auftrag der Gemeinde, die Versöhnug des Menschen
mit Gott, seinem Mitmenschen und der Schöpfung zu verkündigen.
4. Der Glaube wird in einer konsequenten Christusnachfolge
ausgelebt. Die Lebensprinzipienentsprechen der Schöpfungsabsicht
Gottes gemäß dem Neuen Testament. Sie stehen
über denen der Gesellschaft und des Staates. Diese
christliche Ethik ist immer eine Ethik der Liebe und des
Friedens, die sich durch christliche Dienste an Hilfsbedürftigen,
durch aktive Einsätze für Versöhnung und
Frieden und durch eine entschiedene Ablehnung jeglicher
Gewaltanwendung konkret äußert. (Für eine
nähere Beschreibung des Bibelverständnisses der
Trägergemeinden ist ihr Glaubensbekenntnis ausschlaggebend.)
B.
Eine christliche Weltanschauung:
Das gesamte Universum wurde von Gott geschaffen und wird
von ihm erhalten und regiert. Folglich besteht eine grundsätzliche
Einheit zwischen der offenbarten und der wissenschaftlich
erarbeiteten Wahrheit. Diese christliche Weltanschauung
bildet die Grundlage für alle erzieherische Arbeiten
der Concordia-Schule. Darum wird au allen Ebenen, d.h. der
wissen-schaftlichen, kulturellen, künstlerischen und
erzieherischen, stets eine integrierende Verbindung zwischen
Glauben und Lernen angestrebt. Dieses bedeutet ein entschiedenes
Ja zur Bildung und Kultur einerseits und ein ebenso entschiedenes
Nein zu einer oberflächlichen Vergeistlichung und zu
einem widergöttlichen Vorgehen im Namen der Wissenschaft
oder der Kunst andererseits.
C.
Das Menschenbild:
Der Mensch wurde von Gott nach seinem Bilde geschaffen.
Seine Gemeinschaftsfähigkeit mit dem Schöpfer
wurde durch die Sünde zerstört und bedarf der
Restaurierung durch Jesus Christus. Da der Mensch eine Einheit
bildet, wird ein ganzheitlicher Erziehungsprozess angestrebt,
der alle Lebensbereiche einschließt: geistlich, moralisch,
geistig, psychisch-sozial, kulturell, bio-physisch und umweltbewust.
Der Mensch, mit einem freien Willen geschaffen, hat die
Fähigkeit zu einer verantwortungsbewussten, willentlichen
und persönlichen Entscheidung. Dieser Tatbestand findet
sowohl bei der geistlichen Begleitung als auch in allen
anderen Bereichen des Erziehungsprozesses volle Beachtung
(z.B. Aneignung von Werten, Disziplin, Bekehrung, usw.).
Dabei müssen selbständiges und verantwortliches
Denken und Handeln, Selbst-beherrschung und Unterordnung
in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander stehen.
D.
Allgemeine Zielsetzung:
In der Concordia-Schule, die sich nach den oben angeführten
Grundsätzen ausrichtet und die einen ganzheitlichen
Erziehungsprozess anstrebt, in dem die Persönlichkeit
des Schülers und seine eigene Lebenserfahrung ernstgenommen
werden, wird angestrebt:
1. Dem Schüler eine gründliche Bildung zu vermitteln,
die als Grundlage und Vorbereitung für eine höhere
Ausbildung und für eine kompetente Ausübung des
Berufs dient. Der vom Erziehungsministerium vorgeschriebene
Lehrplan und ein entsprechender Stoffplan für den Deutsch-
und Religionsunterricht dienen als Leitfaden.
2. Eine Schulatmosphäre zu schaffen, die das Lernen
und wissenschaftliche Arbeiten, das musische Schaffen, das
soziale Miteinander, die christliche Lebensführung
und den geordneten Ablauf der Aktivitäten gezielt fördert.
3. Den Schüler in der Auseinandersetzung mit sozial-,
natur- und geisteswissenschaftlichen und mit musisch-ästhethischen
Bildungsinhalten anzuleiten.
4. Den Schüler anzuleiten, kompetent, verantwortlich,
phantasiereich und sachlich zu denken, zu sprechen, zuzuhören,
zu schreiben, zu lesen und zu interpretieren.
5. Den Schüler zu einer persönlichen, auf eigene
Überzeugung gegründete Disziplin zu führen
und ihn zu einer gesunden Unterordnung und Selbstbeherrschung
zu befähigen.
6. Im Schüler einen christlichen Charakter zu prägen,
der sich in der Wertschätzung seiner eigenen Persönlichkeit,
der des Mitmenschen und der von ihm zu erobernden Schöpfung
zeigt, und den Schüler in der Aneignung christlicher
Tugenden zu begleiten (Ehrlichkeit, Verantwortlichkeit,
Selbstbeherrschung, Dienstbereitschaft, Arbeitsamkeit, Integrität,
Mitleid, Treue und Zuverlässigkeit).
7. Den Schüler anzuleiten, das Wesen und die Probleme
sozialer Strukturen und zwischenmenschlicher Beziehungen,
besonders im Kontext von Familie und Schulgemeinschaft,
zu verstehen und ihn befähigen, empfindsam und respektvoll
mit seinen Mitmenschen umzugehen und wertvolle Beziehungen
aufzubauen, um als Glieder der Familie und Gesellschaft
erfolgreich zu leben.
8. Im Schüler eine positive Haltung gegenüber
Heim, Schule und Gemeinde zu fördern.
9. Den Schüler anzuleiten, die paraguayischen und deutschen
Kulturwerte zu verstehen und wertzuschätzen und ihn
zu einem interethnischen Zusammenleben zu befähigen.
10. Den Schüler bei seiner Berufswahl aufgrund einer
realistischen Selbsteinschätzung und christlicher Werte
zu beraten.
11. Im Schüler eine Liebe zu seinem Schöpfungsgott
zu wecken und zu nähren, ihn zu einem persönlichen
Glauben und zu einer Lebensübergabe an Christus einzuladen
und ihn zu schulen, sein ganzes Leben in der Unterordnung
unter dem Willen Gottes zu führen.
12. Im Schüler das Verlangen zu wecken und zu pflegen,
seine Begabung, seine Fähigkeiten und seinen Beruf
in den Dienst für Gott und seine Mitmenschen in Gemeinde
und Gesellschaft zu stellen.
E.
Personalprinzipien:
1. Leiter und Lehrer der Schule müssen sich mit den
Zielen identifizieren, die die Trägerschaft für
die Schule gesetzt hat. Dieses bedeutet, dass sie diese
Ziele genau kennen und sich in ihrer Arbeit an ihnen orientieren.
Dasselbe trifft auch für die Mitglieder des Schulvorstandes
zu.
2. Die Persönlichkeit, die Überzeugung und die
pädagogisch-didaktischen Vorbereitungen und Fähigkeiten
der Lehrer sind für die Schule von zentraler Bedeutung.
Diese Faktoren werden bei der Lehrersuche und -anstellung
genau beachtet werden.
3. Die Lehrer sind Erzieher, Vorbilder und Begleiter der
Schüler. Als solche sind sie beauftragt, den Schülern
eine gründliche Ausbildung und Lebenswerte nach biblisch-täuferischer
Ausrichtung zu übermitteln.
4. Den Lehrern werden die Kinder von den Eltern für
einen großen Teil ihres Lebens anvertraut. Lehrer
und Eltern arbeiten gemeinsam an der Erziehung des Kindes.
Ein Verhältnis des Vertrauens zwischen Eltern und Lehrern
ist daher sehr wichtig und sollte beiderseitig gezielt gepflegt
werden.
5. Bei der Anstellung wird nach Lehrern gesucht, die an
Jesus Christus gläubig sind und ein gesundes Verhältnis
zu einer christlichen Gemeinde pflegen. Die Trägergemeinden
müssen sich für die moralische Unterstützung
der Lehrer einsetzen.
6. Für eine Schule ist es wichtig, dass ein langfristig
stabiler Lehrerstab aufgebaut wird. Neben den schon bestehenden
Regelungen, dieses zu fördern (z.B. Gehaltstaffelung
nach Dienstjahren) sollte der Vorstand der Schule nach weiteren
Wegen suchen, diese Stabilität zu fördern.
7. Um in Zukunft über entsprechendes Lehrerpersonal
verfügen zu können, sollten dienstorientierte
Berufe in Schule und Trägergemeinden gefördert
werden.
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